Manipulations-Kampagne
des Psychologenverbandes BDP gegen psychorat!
kolportiert
über die WDR-Sendung "markt" vom 28. April 2003 (im
WDR-Archiv inzwischen gesperrt)
bzw.
über die (inzwischen aus dem Internet wieder entfernte)
WDR-Website http://www.wdr.de/tv/markt/20030428/b_3.phtml
"Teure
Nummer: Hotlines bei Psychokummer"
(von
Ellen Winter)
Gegendarstellung (vom 07. Mai 2003)
In Ihrer
Darstellung behaupten Sie unter "Testergebnisse im
Einzelnen" über Ihren "Testanruf" bei meiner
psychologischen Telefonberatung "psychorat!" unter
anderem:
"Unsere Testperson erzählte ihm von sozialer Isolation,
schwerer Abmagerung und absoluter Menschenscheue. Der Psychologe
analysierte lapidar, das Problem liege an ihm selbst und er solle
sich doch endlich gegenüber anderen Menschen öffnen. Solche
Vorschläge sind nach Aussagen von Fredi Lang (BDP) eine absolute
Überforderung des Anrufers. Wer sich offensichtlich so aus dem
Leben zurückgezogen habe, kann nicht einfach über seinen
Schatten springen und alleine und ohne Hilfe aktiv werden.
Das sei eine Überschätzung der Fähigkeiten des Ratsuchenden
und bedeute eine zusätzliche Belastung in seiner ohnehin
schwierigen Lage."
Es ist unzutreffend, daß ich lapidar analysiert habe, das Problem liege an dem Anrufer selbst, nachdem dieser vorgetragen hat, an sozialer Isolation, schwerer Abmagerung und absoluter Menschenscheue zu leiden. Richtig ist vielmehr, daß nach der Problem-Schilderung des Anrufers sich ein 40-minütiges Gespräch entwickelte, in dessen Verlauf auch eine ganze Reihe möglicher Ursachen und daraus erwachsender Folgeprobleme thematisiert wurden, unter anderem ein sogenannter Teufelskreis.
Da der Anrufer vorgetragen hatte, bereits in der Psychiatrie gewesen zu sein, in der u.a. eine "exogene Depression" diagnostiziert worden war, mußte ich wohl schlußfolgern, daß die bisherigen Behandlungen/Therapien seiner Leiden durch Ärzte und psychologische Psychotherapeuten nicht durchgeschlagen haben, da er andernfalls sein Anliegen nicht noch bei einer psychologischen Telefonberatung hätte vortragen müssen.
In dem Beratungsgespräch waren infolgedessen Themen anzusprechen, die bisher für ihn nicht zur Sprache gekommen waren. Hierzu gehört - nach fachlich anerkanntem systemischem wie auch logotherapeutischem Selbstverständnis - auch die Erörterung von anderen bzw. sinnvolleren Handlungsmöglichkeiten als bisher. Trotz des möglichen Vorhandenseins schwerster seelischer Störungen gehört hierzu selbstverständlich auch die Erörterung von durch den Ratsuchenden selbst initiierbaren Veränderungen, um aus dem "Teufelskreis" herauszugelangen, wenn auch mit professioneller Hilfe. Genau das habe ich dem Anrufer empfohlen und ihm eine längerfristige psychotherapeutische Behandlung vor Ort dringend nahegelegt, was Sie in Ihrer Darstellung leider verschwiegen haben.
Da das Beratungsgespräch mithin nur dazu dienen konnte, dem Anrufer neue Anstöße zu geben und ihn zumindest augenblicklich zu entlasten, waren die Interventionen des Beraters unter den gegebenen Umständen die bestmöglichen und alles andere als fachliche Fehler!
Michael
Schneider
"psychorat!" - Die psychologische Telefonberatung
- Koordinator -
. . .
Anschluß-Bemerkungen:
Die Sendung des WDR *), bei der auf Initiative des BDP **) vier Hotlines "getestet" wurden, sollte nach dem verkündeten Anspruch der WDR-Redaktion der Verbraucheraufklärung dienen. Da der Unterzeichner die anderen drei Hotlines nicht kennt, kann er nur die Darstellung des mit ihm selbst geführten "Testgespräches" bewerten. Diese verdient leider die Schulnote "ungenügend" (6), da sie aus dem 40-minütigen Beratungsgespräch willkürlich eine Äußerung des Unterzeichners aufgreift, diese nicht nur mit anderen Worten wiedergibt, sondern unter Verschweigung des Sinnzusammenhangs als die Beratung tragende (wesentliche) Intervention hinstellt und daraus einen fachlichen Fehler konstruiert, so daß sich dem Leser/Zuschauer ein Mangelgefühl zwangsläufig aufdrängen muß. Übrigens erfolgten am Tage des "Testanrufes" noch zwei weitere Anrufe mit anderen "Testanliegen" beim Unterzeichner, und zwar von 3-minütiger und von 60-minütiger Dauer. Offenbar konnte der "Tester" an diesen nichts aussetzen - für ihn mutmaßlich Grund genug, dies nicht im Bericht zu erwähnen, sondern ungeachtet dessen pauschal von Anrufen "bei diesen kommerziellen teuren Psycho-Hotlines" abzuraten, obwohl zuvor (heuchlerisch anmutend) eingeräumt wurde, daß die Testanrufe "natürlich kein repräsentatives Bild" ergeben. Der WDR-Bericht stellt nach alledem - soweit er jedenfalls die "psychorat!"-Hotline betrifft - eine manipulative Verkürzung des Sachverhalts mit unzulässiger Schlußfolgerung dar. Er trägt wiederum die Handschrift der Journalistin Ellen Winter, die offenbar die auf eine Vielzahl journalistischer Mängel hinweisende Gegendarstellung des Unterzeichners zu einer ähnlichen Sendung des WDR vom 20.1.2000 nicht verwunden hat und unter Mitwirkung des Interessenverbandes BDP zumindest im vorliegenden Fall einen verantwortungslosen Journalismus betreibt, der zu einer objektiven Verbraucheraufklärung wiederum nicht beiträgt, sondern allenfalls geeignet ist, den Ruf einer seriösen und qualifizierten Hotline zu schädigen.
Um keine Zweifel aufkommen zu lassen: der Unterzeichner ist selbstverständlich der Ansicht, daß ein Fernsehsender sich auch dem Verbraucherschutz zu widmen hat, hierzu Tests durchführen (lassen) darf und sich zur fachlichen Unterstützung auch einer hierfür einschlägigen Institution bedienen kann. Es ist folglich auch naheliegend, im Falle eines psychologischen Dienstangebots den BDP als bedeutenden Berufsverband zu beteiligen. Nur ist für eine faire Berichterstattung natürlich zu bedenken, daß es sich bei dem BDP auch um einen Interessenverband handelt, der vorrangig die Interessen der niedergelassenen, festangestellten und arbeitslosen Diplom-Psychologen vertritt und schon von dieser Interessenlage her alle Dienstangebote bekämpft, die von Nicht-Diplompsychologen betrieben werden, erfahrungsgemäß leider auch unabhängig davon, ob der Anbieter eine oder gar mehrere psychotherapeutische Ausbildungen hat (was für die Dienstleistung einer psychologischen Beratung weitaus wesentlicher ist als ein mit Diplom abgeschlossenes Psychologie-Studium). Vor diesem Hintergrund war es jedenfalls für den Unterzeichner vorhersehbar, daß dieser sich zum Qualitätsprüfer selbsternannte Interessenverband BDP anhand eigener "Regeln", nach denen eine psychologische Beratung abzulaufen habe, die Leistung eines ungeliebten (weil mit den niedergelassenen Psychologen konkurrierenden) Dienstanbieters abwertet.
Somit drängt sich erneut der Verdacht auf, daß mithilfe eines einflußreichen Fernsehmediums ein unter dem Deckmantel von Qualitätssicherung und Verbraucherschutz geführter Verteilungskampf zugunsten der niedergelassenen Diplom-Psychologen oder der entsprechend etablierten Berufskreise geführt wird. Was wollte wohl sonst der für den Test bemühte BDP-Psychologe Fredi Lang mit seiner "Fehler-Diagnose" letzten Endes nachweisen oder mitteilen (mal unterstellt, es wäre bei der kritisierten Intervention des Unterzeichners tatsächlich ein Fehler unterlaufen)?: "Bei einem niedergelassenen Diplom-Psychologen wäre das nicht passiert!"? Oder: "Therapeuten oder Berater dürfen keinen Fehler machen!"? Beides lachhaft! Therapeutische Behandlungen und Gesprächsführungen lernt man eben nicht im Psychologie-Studium, sondern in den Therapie- und Psychiatrie-Ausbildungen; und die auffallend vielen Anrufer bei "psychorat!", die zugleich ihre Unzufriedenheit mit dem Verlauf einer parallel laufenden oder bereits abgeschlossenen Psychotherapie erwähnen, deuten darauf hin, daß auch in psychotherapeutischen Praxen "laufende Meter" Fehler gemacht werden, nur daß sich dort kein Fernsehsender und auch kein Berufsverband "hineinschleichen" kann (und offenbar auch nicht will), um anschließend das Gespräch "auseinanderzunehmen".
Darüber hinaus geht mit der zweifelhaften Vorgehensweise des BDP auch ein gravierender Verstoß gegen fachpsychologische Erkenntnisse einher: die inszenierten "Testanrufe" wurden nach Angaben des BDP von Personen mit echten eigenen Problemen getätigt, die aber in der Regel einige Jahre zurücklagen und inzwischen bewältigt waren. Somit handelt es sich bei den Anrufern im Sinne der entstehenden Beratungsgesprächsdynamik um Schein-Klienten! Anders als bei sonstigen verbraucherorientierten Dienstleistungs-Tests können Schein-Klienten in einer psychologischen Beratung nicht authentisch beraten werden, weil es jedenfalls zur Zeit des Gesprächs an einem wahrhaftigen Anliegen mangelt und dieser Umstand sich in der zwischen Anrufer und Berater stattfindenden psychologischen "Übertragung/ Gegenübertragung" entsprechend auswirkt (der Anrufer steht nicht mehr unter echtem Leidensdruck und ein erfahrener Berater merkt intuitiv, daß etwas "nicht stimmt", wodurch er daran gehindert ist, sich auf den Ratsuchenden emotional einzulassen und ihm die zu seiner Entlastung notwendige Empathie entgegenzubringen; der Beratungsprozeß ist hierdurch gestört und läuft ggf. verfremdet ab.
Das Antragen eines Scheinanliegens an den Berater unter Mitwirkung eines Psychologen-Verbandes ist somit fachlich unprofessionell und berufsethisch verwerflich. Soweit diese Vorgehensweise unter Berufung auf Verbraucherinteressen geschieht, stellt sie darüber hinaus eine Irreführung der Öffentlichkeit dar. Daß die genannten "Testanrufe" ausgerechnet vom Berufsverband BDP inszeniert wurden, der durch seine Mitglieder, zumindest aber durch seinen die "Testanrufe" begleitenden Psychologen über das Wissen um die vorgenannten gesprächsdynamischen Zusammenhänge und psychologischen Übertragungs-/ Gegenübertragungs-Phänomene aus erster Hand verfügen müßte, entlarvt neben der eklatanten Unprofessionalität leider auch die Manipulations-Bereitschaft dieses Berufsverbandes!
Zu allem Unglück geschieht dies nicht nur auf dem Rücken eines qualifizierten, engagierten und innovativen Dienstanbieters, sondern letzten Endes - entgegen den verkündeten redaktionellen Ansprüchen des Fernsehsenders - auch auf dem Rücken weiter Verbraucherkreise, die das telefonische Dienstangebot von "psychorat!" in der bestehenden psychosozialen Marktlücke ausweislich der Rückmeldungen zu weitaus überwiegender Mehrheit mit Dankbarkeit quittieren! Alles in allem ist gesellschaftskritisch anzumerken, daß eine Medienlandschaft pathologische Erscheinungen aufweist, wenn für die Ausschaltung bzw. das "Fertigmachen" unliebsamer Dienstanbieter durch Manipulation sich auch noch die Mittäterschaft einer mächtigen Rundfunkanstalt gewinnen läßt!
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*) WDR = Westdeutscher Rundfunk Köln
**) BDP = Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen
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BeDePenisneid
WeDeError
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Michael Schneider, Psychologischer
Berater und Therapeut
(Heilpraktiker für Psychotherapie)
psychorat! - Die psychologische Telefonberatung
- Koordinator -
Glienicker Str. 3
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Tel. (030) 80 60 23 28
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Inhaltlich Verantwortlicher
gem. § 6 MDStV: Michael Schneider
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Psychotherapeuten
und Psychologischer Berater
e.V. (VFP)
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